Silvester – Des Menschen Lust, des Tieres Frust

Fear

Silvester. Des  Menschen Lust, des Tieres Frust.

Böller und Raketen

Es ist soweit. Wir sind im neuen Jahr angekommen –  und kurz vor der letzten Nacht des Jahres rannten die Feuerwerksfans den Läden wie jedes Jahr die Türen ein. Fontänen, Raketen, Lichtvulkane und vor allem der gute alte „Böller“ sind meist schneller ausverkauft, als wir Menschen gucken können. Immer mehr, immer größer, immer bunter und immer lauter wird das Feuerwerk, mit welchem wir alle 365 Tage wieder ins neue Jahr starten und das alte hinter uns lassen. Doch was wir fröhlich und vergnügt als Spaß zelebrieren ist für unsere Tiere die wohl stressigste Nacht des ganzen Jahres. Insbesondere Hunde und Katzen mit ihrem extrem guten Gehör ängstigen sich sehr, wenn das wilde Geknalle wieder losgeht. Ich selbst war dieses Jahr ausnahmsweise mal wieder zuhause und konnte das Elend selbst sehr ausgiebig an meinen beiden Samtpfoten beobachten – weshalb ich jetzt auch einen Artikel diesem Thema widme.

Tiere sind wohl sensibler für ihre Umwelt, als die Meisten von uns ahnen. In der Regel merken sie schon weit vor null Uhr, dass dies keine Nacht wie andere wird. Mag es auch freudige Erregung sein, die uns Menschen durchfließt – unser tierischer Gefährte spürt die Aufregung und wird nervös. Geht dann zum neuen Jahr hin das Feuerwerk los verkriecht sich so manches Tier am liebsten unter Herrchens Bett, im Keller oder macht in Panik Rabatz. Doch was kann man tun, um seinem Freund dieses Prozedere zu erleichtern und ihm wenigstens etwas der Angst zu nehmen?

Der Schlüssel zum Erfolg

Zuerst einmal gilt es mit dem Mythos aufzuräumen, dass Tiere sich an so etwas nicht gewöhnen können. Jagdhunde beispielsweise müssen sich spätestens in ihrer Ausbildung an das Abgehen von Schüssen gewöhnen um nicht aus ihrer Rolle zu gehen. Silvester ist natürlich ein wesentlich größeres Kaliber, aber dennoch kann man seinem Tier helfen, diese Nacht etwas stressfreier hinter sich zu bringen. Natürlich gibt es auch medizinische Hilfsmittel wie Beruhigungstabletten oder einfach die Möglichkeit, das Tier über Neujahr zum Beispiel in eine abgelegene und ruhige Unterkunft zu verfrachten. Das einfachste und effektivste Hilfsmittel liegt aber viel näher – in den Haltern.

Vorbildfunktion

Oft machen wir den größten Fehler, den man in dieser Hinsicht nur machen kann. Wir behandeln unser Tier wie wir einen Menschen, ein Kind behandeln würden. Wir versuchen Trost zu spenden, gut zuzureden und widmen uns (in guter Absicht) mit viel Liebe und Aufmerksamkeit dem Tier. Das jedoch macht die Sache nur schlimmer, denn das Tier – insbesondere Hunde – orientiert sich in solchen Situationen am Menschen, am „Boss“. Bleiben wir ruhig, dann registriert das Tier unsere Gelassenheit. Das Tier wird sicher nicht mit Ihnen anstoßen und Freudensprünge über den Krach machen, aber es sieht primär: „Der Boss bleibt ruhig – kann so schlimm nicht sein.“ Spenden wir hingegen Trost, dann sieht das Tier den Versuch es zu schützen. Die Message im Kopf des Tieres sieht dann plötzlich ganz anders aus: „Aha, der Boss scheint nervös – es ist also ernst!“

Was schlussfolgern wir also daraus? Ganz einfach: So schwer es auch fallen mag, dieses Jahr sollte jeder der sonst mit Herzblut sein Tier zu beruhigen versucht tunlichst darauf verzichten und in eine ruhige Vorbildfunktion wechseln. Das fällt sicher nicht leicht – fiel es mir auch nicht – ist aber absolut im Interesse des Tieres.

Von uns liebe Grüße aus unserem Berliner Büro,

Euer Schnuff & Co Team

  1. Markus Andre

    Immer schwer den Hund daran zu gewöhnen und harte Arbeit aber dann hat man die Jahre danach auch ruhe und der kleine kann sich entspannen =)

    April 28th, 2014 // Reply

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