Die Geschichte der Hauskatze: Wie die Katze zum Haustier wurde

Falbkatze_neu

Katzen sind temperamentvolle Tiere und gelten als unabhängig und eigensinnig. Diese Eigenschaften kommen nicht von ungefähr, sondern finden ihre Begründung in der Historie. Und wie wurde die Katze zur Hauskatze?

Durch gentechnische Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass der Urahne unserer Hauskatze die Falbkatze ist. Diese stammt aus Afrika und hielt sich dort in den nördlichen Teilen des Kontinents auf. Allerdings vermutet man auch, dass es in der Domestikation der Katze zu Kreuzungen mit der asiatischen Steppenkatze und der Waldkatze, welche in Europa und Vorderasien vorkam, gekommen ist.

Wann das Zähmen der Katze begann ist nicht eindeutig bewiesen. So deuten archäologische Funde im Zweistromland Mesopotamien, Jordanien und Kleinasien auf den Zeitraum vor etwa 9.000 Jahren hin. Jedoch entdeckten Archäologen 2004 in Zypern ein 9.500 Jahre altes Grab eines Menschen mit seiner Samtpfote im Arm. Forscher datieren den ersten Kontakt zwischen Katze und Mensch auf vor etwa 10.000 Jahren.

Hierbei besteht die Möglichkeit, dass sich die Katzen selbst domestizierten und auf den Menschen zugingen. Das passierte vermutlich aufgrund der Ausdehnung ihres Jagdreviers auf Siedlungsräume des Zweibeiners. Beispielsweise gehen Wissenschaftler und Forscher davon aus, dass die afrikanische Wildkatze ihre Nahrung in ägyptischen Getreidelagern entlang der Nilbänke suchte. Durch die Felder der Menschen wurden Nagetiere angelockt, was die Nahrungssuche für die Raubtiere einfacher machte. Schnell erkannte der Mensch den Wert der Katze, da sie den Schutz der Vorräte vor Mäusen und anderen Nagern übernahm.

Die Freundschaft mit unseren kleinen Stubentigern begann also als Zweckgemeinschaft. Später selektierte der Mensch die wilden Katzen und lockte zahme Tiere mit Milch an, sodass sie sich an ihn gewöhnten. Es folgte die Tierzucht, bei der diejenigen Tiere mit den nützlichsten Eigenschaften gezüchtet wurden. Die Jungtiere waren nun an das Zusammenleben mit dem Menschen gewöhnt und dienten zukünftig als Mäusefänger.

Doch es entstanden auch extreme Identifikationen: Die alten Ägypter erklärten Katzen zu geheiligten Gottheiten in Katzengestalt, die so genannten „Mau“. Dabei wurden Katzen mit “Sekhmet”, einer verehrten ägyptischen Kriegsgöttin, assoziiert. Kater verkörperten den Sonnengott “Ra”.

Die Anzahl der gezähmten Katzen blieb zunächst gering, doch als Beschützer der Vorräte war sie sehr beliebt. Das Bild änderte sich wenig später und es brach eine dunkle Zeit für die eleganten Vierbeiner an. Grund dafür war ein Feldzug geleitet durch die Kirche. 1484 erließ Papst Innozenz VII den Befehl Katzenanbeter als Hexen zu verbrennen. Er war davon überzeugt, dass Hexen die Form von Katzen annehmen konnten. Zu der Zeit wurden die Tiere dämonisiert und als Verkörperung des Bösen betrachtet. Sie galten als faul und heuchlerisch. Ebenso wie vermeintliche Hexen und Ketzer wurden Katzen misshandelt, gefoltert, ertränkt oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Vermutlich hielt dieses Schicksal bis ins 17. Jahrhundert an. Von da an dienten Katzen auf Schiffen als Mäusefänger und spätestens im 19. Jahrhundert haben sie ihre Beliebtheit als Haustiere vollständig zurückerlangt.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es heute in Deutschland mittlerweile 12 Millionen Katzen. Somit haben sich die Samtpfoten zum beliebtesten Haustier entwickelt und sogar dem Hund, der in 8 Millionen Haushalten zu finden ist, den Rang abgelaufen.

Mit diesem Ausflug in die Geschichte entlassen wir euch jetzt ins Wochenende und wünschen euch sonnige Tage.

Euer Schnuff & Co-Team

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