Kennt ihr schon „Kaninchenfan Lucky“?

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Mia lebt mit 8 Tieren und ihrem Mann zusammen. Aber auf Mia’s Blog geht es hauptsächlich um Kaninchen. Als Leser merkt man sofort, dass es sich um eine echte Tierliebhaberin handelt!  Die 24-jährige hat sich unserer Bloggerinterview-Serie angeschlossen und unsere neugierigen Fragen beantwortet… Für alle Kaninchenfreunde unter euch empfehlen wir herzlichst ihre Seite – Kaninchenfan Lucky – Mein Kaninchenloch. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Wie kam es zur deiner Leidenschaft für Tiere?

Tiere waren schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Schon als Kind habe ich auf dem Dorf viel Zeit mit Tieren verbracht. Rehe, Kühe, Enten, all diese Tiere wurden wohl als „Nutztiere“ gehalten, zogen aber Kinder, magisch an. Im Winter fütterten wir die Rehe, im Sommer spielten wir auf den Kuhweiden und die Enten querten des Öfteren die Straßen. Natürlich waren das nicht die einzigen Tiere. Katzen streiften unser Grundstück, jeder hatte einen Hund und vor allem gab es viele Kaninchen. Ironischerweise hatte ich als Kind eine richtige Phobie vor Hunden. Obwohl mein Onkel einen Hund besaß, so hatte ich doch immer Respekt vor diesen Geschöpfen. Geändert hatte es sich erst, als Sie mich vor einem Streuner rettete. Dieser griff mich auf der Straße vor dem Haus an. Für mich ging es glimpflich aus, Senta bezahlte allerdings mit Ihrem Leben als Sie sich vor mich warf und gegen den Hund verteidigte. An diesem Punkt begann es in meinem Kinderkopf zu rattern und es machte klick. Ich hatte mich nie groß mit Ihr abgegeben, war verschreckt und trotzdem lag ich Ihr am Herzen. Dabei war Sie „nur“ ein Tier? Mir wurde bewusst, das Sie zu unserer Familie gehören und das Sie uns als Ihre Familie ansehen, die es zu beschützen galt. Von da an beschäftigte ich mich mehr mit den Tieren um mich und versuchte herauszufinden, wie Sie sind, was Sie brauchen und welches Tier wohl geeignet für mich wäre. Zuerst zogen bei uns die Fische ein. Später mein erstes Kaninchen Rambo. Danach ein Katzenjunges, das ich auf unserem Grundstück fand, das war das Glöckchen. Nach der Schule zog ich in die Großstadt. Hier vermisse ich die gewohnte Umgebung und vor allem das Miteinander und die Synergien mit einem Haustier. Daher sind 2008 die ersten Tiere bei uns eingezogen. Seit dem wohnten ein Hamster, unsere Hündin Susi, die Kaninchen (mein Favorit unter den Tieren), sowie meine Rennmäuse und seit nun fast einem Jahr unser kleiner Kater Schnucki bei uns.

Was ist deine schönste Erinnerung mit deinen Tieren?

„Die schönste Erinnerung“ gibt es nicht. Es ist das Gesamtbild, das ich als schön und stimmig empfinde. Dies wurde mir wieder einmal bewusst, als eines meiner kleinsten Familienmitglieder von uns ging, meine Rennmaus Charlotte. Sie war seit 3 Jahren bei uns. Sie verbrachte Ihr komplettes Leben mit uns, vom Zeitpunkt, kurz nach der Unabhängigkeit zur Mutter bis nun zum Tode. Es ist ein schönes Gefühl einem Tier das Maximum an Liebe geschenkt zu haben und mit Ihm durch gute und schlechte Zeiten gegangen zu sein. Ich verurteile niemanden, der aus persönlichen Gründen ein Tier nicht mehr halten kann und abgibt, aber für mich käme das niemals in Frage. So habe ich über die Zeit hinweg viele schöne Erinnerungen im Gesamtbild meiner selbst gesammelt. Die ersten Schritte meines Auffangkaninchens Snow, bis er in die Gruppe integriert war. Susi die wir aus einem Karton heraus Sozialisiert haben. Cleo die zu alt zur Zucht wurde oder einfach nur Lucky und Teddy, die aus einer Massenhaltung kamen. Vom Schnucki abgesehen, der wahrscheinlich auf der Straße gelandet wäre. Das alles sind Erinnerungen für mich, die noch anhalten und lange bestehen werden. Denn mit jedem neuen Tag kommen neue hinzu. Schnucki der sich für ein Kaninchen hält. Snow der den anderen die Möhre stiehlt oder einfach das Küsschen das ich morgens zum aufstehen von Susi und Schnucki bekomme. Wenn ich es also zusammenfassen will, dann muss ich sagen, die schönste Erinnerung mit meinen Tieren ist die Zeit, die ich seit dem mit Ihnen verbracht habe. Selbst die unschönen Momente fallen unten durch, weil das positive große überwiegt.

Was schätzt du an deinen Lieblingen am meisten?

Am meisten Schätze ich an Ihnen, das Sie etwas an sich haben, das meinem Mann und mir ähnelt, aber leider in der heutigen Gesellschaft ein wenig unten durch fällt, Sie sehen andere, wie Sie sind und nicht nach dem was sie zu sein scheinen. Bestes Beispiel ist mein Kater Schnucki der mit den Kaninchen zusammensitzt und Ihnen beim putzen hilft um selbst geputzt zu werden. Sie gehen einander zur Hand. Helfen sich, obwohl Sie doch so verschieden sind. Auch geben Sie viel wärme und liebe, sowohl untereinander als auch an uns. Es gibt Tage, an denen es mir nicht gut geht, wie jedem Menschen. Während viele Menschen aus der Unmittelbaren Umgebung dies Ignorieren, kommen meine Kaninchen zu mir, um hochgenommen und geknuddelt zu werden. Zufall? Ich glaube nicht. Als mein Löwenkopfkaninchen Teddy am Tag vor meiner Hochzeit von uns ging, da gab es nicht viele die mich trösteten. Außer meiner engsten Familie belächelten mich viele, es sei nur ein Tier. Aber am selben Tag, erlebte ich, was Familie für Kaninchen ist. Sie haben abwechselnd mit Ihm gekuschelt, Ihn auf seinem letzten Weg begleitet. Auch darüber hinaus, wichen Sie nicht von seiner Seite. Als ich weinerlich bei Ihnen saß, wurde ich nicht nur von meinem Mann tröstend in den Arm genommen, sondern auch meine 4 Fellzwerge kümmerten sich um mich und stupsten mich an. Wie sollten Sie einen auch sonst trösten. Auch meine Sissi wachte über Ihre verstorbene Schwester bis wir Sie von Ihr trennten um sie beizusetzen. Von vielen Menschen weiß ich, dass Sie allein aus dieser Welt gehen, ohne diesen Beistand, diese Herzlichkeit. Ich schätze an Ihnen, dass Sie die Gesellschaften vorleben, die wir anstreben sollten. Eine mit mehr Menschlichkeit, mehr Miteinander, egal wer wir sind oder wo wir herkommen. Ich kann es verstehen wenn man mich in diesem Punkt nicht nachvollziehen kann. Aber ist es nicht beeindruckend, das Tiere, die vom Hochentwickelten Menschen gehalten werden, mehr Menschlichkeit aufweisen, als wir? Helmut Kohl sagte mal: „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“ Da ist etwas Wahres dran. Es klingt wohl übertrieben, aber wie soll ein heranwachsender verstehen, dass das Zusammenschlagen eines Menschen Unrecht ist, wenn dieselbe Straftat an einem Tier als harmlos oder gar richtig empfunden wird. Ich nehme hierbei Bezug auf einen Fall aus Berlin, in dem eine Straßenkatze unter den Augen von Anwohnern todgeprügelt wurde und kein einschreiten erfolgte, da es sich um „Ungeziefer“ handelt. Jedes Leben ist wichtig und sollte mit größter Menschlichkeit behandelt werden.

Du fährst in den Urlaub, aber kannst aus irgendeinem Grund deine Rasselbande nicht mitnehmen. Also muss ein Tiersitter her. Was ist dir bei der Auswahl einer Betreuung am wichtigsten?

Dazu muss ich sagen, dass ich bisher nur einmal eine Hilfe für meine Tiere beansprucht habe. Dabei handelte es sich um einen Notfall der meine Anwesenheit erforderte. In dieser Zeit merkte ich, wie schwierig es ist, jemanden geeignetes zu finden. Für die Tage half mir ein Verwandter aus, der meine Tiere versorgte, so wie ich es wollte. Allerdings gab es da schon das Problem, das ich eine andere Meinung und Ansichten vertrete, als er. Am ehesten wurde mir dies bewusst, als es um die Kaninchen ging. Er empfand es als unverständlich, warum Sie nicht in Ihren Stall eingesperrt werden und die ganze Zeit „Dreck“ machen und „Lärm“. Meine Frage: „Schon einmal wilde Kaninchen im Stall gesehen?“ wurde konsequent missachtet. Mit der Frage, warum er frischen Salat und Äpfel kaufen soll anstatt Trockenfutter für 4 Tage bereitzustellen, war mir schon klar, ich musste der Sache Nachdruck verleihen um sicherzugehen, das alles so geschieht wie ich es will. Schließlich will ich das meine Tiere so versorgt werden, wie ich es mache und will. Ob das nun ein Verwandter ist oder jemand, der dies als Dienstleistung bezahlt bekommt spielt dabei keine Rolle. Womit wir schon beim nächsten Punkt sind, vertrauen. Schließlich ist nicht nur das Vertrauen in den Richtigen Umgang wichtig, sondern auch das Vertrauen in die Person, die den Persönlichen Bereich von mir betritt, Zugriff auf alles hat, was sonst nur mir zugänglich ist. Denn schließlich stelle ich mir eine Betreuung Zuhause vor, in der gewohnten Umgebung der Tiere. Alles andere wäre für eine kurze Zeit zu viel Stress für die kleinen. Somit ergeben sich für mich 3 Faktoren, die ich abgeklärt haben will, um zu wissen, das diese Betreuung, die richtige für mich ist: 1. Das Vertrauen darin, das meine Anweisungen befolgt werden. 2. Das meine Tiere in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben können sowie 3. Das ich der Betreuung meinen privaten Lebensbereich anvertrauen kann ohne bedenken zu haben. Zusätzlich würde ich eine Art „Probesitten“ vereinbaren um zu sehen, wie die Person persönlich ist, den ein Profil kann so aussagekräftig sein wie es will, nichts geht über das persönliche Gefühl gegenüber einer Betreuung. Dies darf dann für mich auch gerne schon etwas kosten, wenn ich eine Dienstleistung in Anspruch nehme, denn schließlich will ich die beste Betreuung und nicht eine schnelle Abfertigung.

Wenn deine Kaninchen sprechen könnten, was würden sie uns vermutlich schon immer mal sagen wollen?

Das ist eine interessante Frage, dich ich auch schon oft auf meinem Blog oder meinen Social Media Profilen mit vielen Nutzern besprochen habe. Meine persönliche Meinung ist, dass sie einfach an unserem Leben teilhaben möchten. Vielleicht fragen was so passiert in der weiten Welt und ich mich mit Ihnen austauschen könnte. Klar könnten Sie auch, wie manchmal angedeutet, einen „Plan zur Eroberung der Welt“ aushecken. Aber die Chance ist eher gering, da Sie zu liebevoll zu uns sind. Es gibt aber viele Sachen, die mir als Mensch, helfen könnten Sie mehr zu verstehen. So würde ich gerne mit Lucky darüber reden, warum er so scheu und schüchtern ist. Warum Cleo manchmal rumzankt und warum Snow immer auf klein und unschuldig macht. Warum Bella scheinbar in meinen Mann verliebt ist, Schnucki uns nachts an den Zehen kaut oder warum Susi manchmal in die Luft bellt. So bleibt mir leider nichts anderes übrig, als mit viel Liebe und Zeit zu lernen, was Sie bedrückt und wie Sie sind. Aber ist es nicht das, was den Reiz an der Haltung von Tieren ausmacht.

Danke für’s tolle Interview Mia!

  1. Susi

    wie süß… toll, dass es auch noch andere Kaninchenfans gibt. Man liest die Liebe zu den Tiere in Ihren Zeilen. schön…

    März 6th, 2014 // Reply

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